Wandel aktiv begleiten - Montan-Stiftung-Saar mit erweitertem Aufgabenprofil

28. April 2020

Die Beschäftigten von Dillinger, Saarstahl und SHS kennen alle die Montan-Stiftung-Saar. Sie ist die entscheidende Institution der saarländischen Stahlindustrie, die dafür sorgt, dass bei allen Entscheidungen die Standortinteressen besonders berücksichtigt werden. Mit der neu geschaffenen Stelle eines Generalsekretärs im vergangenen Jahr wurde auch das Aufgabenprofil der Montan-Stiftung-Saar erweitert.

Die Stiftung existiert mittlerweile seit 2001. Damals wurde im Anschluss an den Saarstahl-Konkurs überlegt, wie eine sinnvolle Struktur für die saarländische Stahlindustrie insgesamt aussehen könnte. Die Idee war, die beiden Unternehmen aus Völklingen und Dillingen im Rahmen der saarländischen Hüttenlösung näher zueinander zu entwickeln. Mit Hilfe einer gemeinsamen Stiftung sollte dafür der Grundstein gelegt werden. So wurde seinerzeit festgelegt, dass die Montan-Stiftung-Saar einen ganz besonderen Zweck erfüllen soll: Die Stärkung der Stahlindustrie im Saarland.

Es ist dieser Stiftungszweck, der dafür sorgt, dass die saarländische Stahlindustrie unabhängig bleibt, dass es unter den Anteilseignern keine Hedge-Fonds gibt, die hier wie eine Heuschrecke agieren können. Darüber hinaus besteht ein Stiftungszweck u.a. im Erhalt langfristig wettbewerbsfähiger Stahl-Arbeitsplätze an der Saar. Dafür brauchen die Stahlunternehmen sowie die Montan-Stiftung-Saar angemessene schwarze Zahlen.

Deshalb ist für den Vorsitzenden des Kuratoriums der Montan-Stiftung-Saar, Reinhard Störmer, klar: „Mit der Stiftung soll die saarländische Stahlindustrie eine gute Zukunft haben. Wir wollen dafür sorgen, dass sich die SHS - Stahl-Holding-Saar und die beiden Unternehmen für die nächsten Jahre und Jahrzehnte gut und richtig aufstellen.“ Für Störmer, der bereits seit seiner Zeit als Staatssekretär in den 1990er Jahren für die Stahlindustrie tätig ist, hat die Stiftung eine eminent wichtige Bedeutung für die Menschen, die in der saarländischen Stahlindustrie arbeiten, und die gesamte Region: „Wenn man sich anschaut, wie sich die Welt und insbesondere die Wirtschaftswelt in den letzten 20 Jahren verändert hat, dann glaube ich, dass es die Stahlindustrie im Saarland in der heutigen Form nicht mehr gäbe, wäre damals nicht die Stiftung ins Leben gerufen worden.“

Störmer und das Kuratorium sind dabei, die Montan-Stiftung-Saar als „Ankerschiff“ der saarländischen Stahlindustrie zukunftsfähig zu machen, damit sie den Wandel in den Unternehmen aktiv begleiten kann. Die Stiftung hat sich deshalb auch verändert: So wurde die SHS Ventures Steel, die Beteiligungen der saarländischen Stahlindustrie an Start-up-Unternehmen prüft und begleitet, zwischenzeitlich noch enger an die Stiftung angebunden, und mit Stefan Rauber ein Generalsekretär eingesetzt, der als Bindeglied zwischen Kuratorium und den Unternehmen innovative Ideen entwickeln und vorantreiben soll: Die Suche nach neuen Beteiligungsmöglichkeiten sowie das Finden neuer Geschäftsideen auch jenseits des Kerngeschäfts Stahl gehören zum neuen Aufgabenprofil der Stiftung – Aufgaben, die in enger Abstimmung mit den Vorständen der Unternehmen erledigt werden sollen.

„Nur gemeinsam – Stiftung und Unternehmen – können wir die Stahlindustrie weiterentwickeln“, ist sich Rauber sicher, der als Energie- und Industrie-Abteilungsleiter im saarländischen Wirtschaftsministerium über viele Jahre eng mit der SHS - Stahl-Holding-Saar und den Unternehmen zusammengearbeitet, zudem die „Stahl-Allianz“ der Bundesländer sowie den „Nationalen Stahl-Gipfel“ mit initiiert hat und auch weiterhin den Kontakt zu den politischen Entscheidern hält. „Es wird in Zukunft nicht nur darum gehen, Bestehendes zu stärken, sondern auch darum, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Genau dafür wollen wir offen sein, damit unsere Stahlindustrie insgesamt in eine erfolgreiche Zukunft gehen kann.“

Einige Fakten:

  • Gegründet: 20. September 2001
  • Kuratorium besteht aus 7 Mitgliedern
  • Stiftungszweck: Erhalt der Stahlindustrie im Saarland
  • Förderzwecke: Förderung von Wissenschaft und wissenschaftlichem Nachwuchs, Qualifizierung und Umweltschutz